So finden Sie die richtige Zimmertür

Innentüren verbinden Zimmer, schützen vor Kälte oder Zugluft und tragen zur Optik des Raums bei. Doch welche Zimmertür ist für welchen Zweck die richtige? Unser Ratgeber verrät es...

Wie "gut" eine Zimmertür ist, kommt immer auf den Anwendungsbereich an. Wie häufig und stark wird die Tür beansprucht? Welche Rolle spielt die Stabilität der Tür? Soll die Zimmertür mit einem Lichtabschnitt ausgestattet sein? Welche Zimmer verbindet bzw. trennt die Tür? Beginnen wir mit dem Material.

Das passende Material für die Zimmertür

Grundlegend gibt es drei Materialien, aus denen Zimmertüren bestehen können: Massivholz, Holzwerkstoff und Glas. Wichtig bei der Wahl des passenden Materials: Welche Funktion hat die Tür und welche Räume verbindet sie miteinander? Türen für Schlaf- und Kinderzimmer brauchen eine gute Schalldämmung. Im Bad ist ein starker Widerstand gegen Feuchtigkeit gefragt. Trennt die Tür unterschiedlich beheizte Räume – z.B. Schlafzimmer und Wohnzimmer – ist eine gute Wärmedämmung entscheidend.

Die drei Materialien im Überblick:

Massivholz

Zimmertüren aus Massivholz wie Eiche, Buche oder Kiefer, haben den Vorteil, dass sie hochwertig aussehen und durch die Holzmaserung besonders individuell sind. Zudem zeigen sie gute schall- und wärmedämmende Eigenschaften. Der Nachteil an Massivholz: Die Holzstruktur kann sich schnell verziehen, sodass sich die Tür nicht mehr richtig schließen oder öffnen lässt – denn das Material wird schnell von Temperaturschwankungen oder Luftfeuchtigkeit angegriffen.

Holzwerkstoff

Holzwerkstoff – das können verschiedene Materialien wie Spanplatten oder Faserplatten sein. Im Gegensatz zu Türen aus Massivholz sind Zimmertüren aus Holzwerkstoffen weniger anfällig für Luftfeuchtigkeit und verziehen sich daher kaum, sind aber weniger schall- und wärmedämmend.

Glas

Im Vergleich zur Holztür bestehen diese Innentüren – mit Ausnahme von Drückergarnitur und Bändern – vollständig aus Glas. Damit wird nicht nur durch den größeren Lichteinfall der Raum optisch vergrößert, die Türen sind auch besonders beständig gegenüber Luftfeuchtigkeit. Da sie zudem sehr pflegeleicht sind, eignen sich Glastüren gut als Bad- oder Küchentür. Bei häufig frequentierten Türen können Sie auf Sicherheitsglas setzen: Türen aus Einscheiben- oder Verbundsicherheitsglas halten mechanischen Einwirkungen gut stand.


Die passende Bauweise für die Zimmertür

Innentüren unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Materials, sondern auch in ihrer Bauweise. Dabei werden Schiebetür und Schwingtür sowie glatte Innentür und Rahmen-Innentür unterschieden.

Glatte Innentür vs. Rahmen-Innentür

Glatte Zimmertüren werden deshalb als "glatt" bezeichnet, weil sie keinen sichtbaren Rahmen haben. Dadurch wirken sie moderner. Der Holzrahmen befindet sich unter der Oberfläche und ist beidseitig auf Höhe von Schloss und Bändern mit Platten verkleidet. Meist bestehen diese Türen aus Holzwerkstoffen.

Rahmen-Innentüren hingegen haben – wie der Name vermuten lässt – ein rahmenartig aufgebautes Türblatt. Dieses kann aus Vollholz oder Holzwerkstoffen bestehen. Rahmen-Innentüren werden vor allem genutzt, wenn größere Glasflächen oder Fenster in eine Tür eingesetzt werden sollen. Zudem bieten sie eine eher traditionelle Optik, die sich beispielsweise im Landhausstil großer Beliebtheit erfreut.

Schiebetür vs. Schwingtür

Schwingtüren – auch Anschlagtüren genannt – sind am weitesten verbreitet. Sie öffnen in den Raum hinein oder hinaus. Durch das Schließen einer Schwingtür schließt der Ein- oder Austretende den Raum auch akustisch. Der Nachteil der Schwingtür: der Schwenkbereich muss frei bleiben, damit die Tür komplett geöffnet und geschlossen werden kann.

Die barrierefreie Schiebetür hingegen kommt platzsparend daher, denn der Schwenkbereich fällt weg, weil die Schiebetür in oder an der Wand "verschwindet".


Die passende Füllung für die Zimmertür

Türen haben nicht nur einen Rahmen, sondern auch ein Innenleben. Je nachdem, womit die Zimmertür gefüllt ist, unterscheiden sich ihre schall- und wärmedämmenden Eigenschaften sowie ihre Stabilität. Bei glatten Innentüren sind Einlagen aus Wabenkernen, Röhrenspaneinlagen, Röhrenspanplatten und Vollspanplatten üblich. Rahmen-Innentüren können mit Massivholz, Stabverleimung oder Schichtverleimung gefüllt sein. Mehr Informationen zu den verschiedenen Varianten finden Sie in unserem Artikel zum Thema Türblätter.


Die passende Oberflächengestaltung für die Zimmertür

Die Zimmertür soll nicht nur gut öffnen und schließen, langlebig sowie stabil sein – auch den eigenen ästhetischen Ansprüchen muss sie genügen.

Dekor - günstig und vielfältig

Eine folierte Oberflächenbeschichtung ist pflegeleicht und kostengünstig. Durch die bedruckte Folie sind besonders viele Designs möglich – von Holzoptik bis hin zu ausgefallenen geometrischen Mustern. Zudem besticht die Dekorfolie durch Farb- und Lichtbeständigkeit. Aber Achtung: die Folien sind kratz- und stoßanfällig.

Lack - modern und pflegeleicht

Klassisch, aber noch immer im Trend: lackierte Türen. Ob matt oder glänzend – insbesondere weiße Türen feiern in den letzten Jahren ihr Comeback. Sie lassen den Raum heller, moderner und größer wirken. Aber natürlich sind Ihren Farbwünschen keine Grenzen gesetzt. Zudem sind lackierte Türen besonders pflegeleicht. Setzen Sie auf einen hochwertigen Lack, um eine strapazierfähige Oberfläche zu erhalten.

CPL - Laminat als Alternativ zu Echtholz

CPL steht für Continous Pressure Laminate – eine besondere Laminatbeschichtung, die auf Türen aufgebracht werden kann. Damit erzielen Sie eine Echtholzwirkung ohne in Echtholz investieren zu müssen. Zimmertüren mit CPL-Beschichtung eignen sich für besonders frequentierte Durchgangstüren, da sie abrieb- und stoßfest und zudem pflegeleicht sind. Neben einer großen Designvielfalt und der Widerstandsfähigkeit begeistern CPL-Oberflächen dadurch, dass sie lichtecht sind.

Echtholzfurnier - individuell und edel

Eine dünne Deckschicht aus Echtholz – das macht Echtholzfurnier aus. Durch die individuelle Holzmaserung wird jede Tür zu einem Unikat. Diese Individualität steigert sich zudem im Laufe der Zeit, da die Holzmaserung und Farbe sich mit wachsender Nutzdauer verändert. Echtholzfurnier ist daher auch deutlich kostenintensiver als andere Oberflächen-Beschichtungen.

Massivholz - klassisch und wohlig-warm

Massivholz ist und bleibt der Klassiker. Da auch hier natürliches Holz verarbeitet wird, entstehen individuelle Türen mit interessanten Holzmaserungen. Massivholz trägt zudem zu einem warmen Wohnklima bei. Solange das Holz weder Feuchtigkeit noch Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, bleibt die Oberfläche zudem stabil und robust.

Sonderfall Glastür

Auch Ihre Glastür können Sie individuell gestalten. Hierbei kommen oftmals moderne Bearbeitungstechniken wie Siebdruck oder Lasertechnik zur Anwendung. Welche Variante für Sie die richtige ist, erfahren Sie auf unserer Produktübersichtsseite zu Glastüren.