WOHNEN IM BAUHAUSSTIL

100 Jahre Bauhaus

Das Staatliche Bauhaus (1919-1933) war die wohl die renommierteste Ausbildungsstätte für Design, Kunst und Architektur des letzten Jahrhunderts. Gegründet wurde es 1919 in Weimar von Walter Gropius. Erst 1925 fand der Umzug nach Dessau statt. 2019 feiert es sein 100-jähriges Jubiläum.
 


Was versteht man unter Bauhausstil?

Über einen typischen Bauhausstil wird viel gesprochen, dabei hat es den Begriff am staatlichen Bauhaus so nicht gegeben. Es wurden bewusst keine konkreten Stilvorgaben diktiert. Man strebte vielmehr nach einer offenen Kultur der Erneuerung. Insbesondere sollten die Produkte den Anforderungen der neuen Moderne gerecht werden. Dazu gehörte eine hohe Funktionalität  aber auch die industrielle Produzierbarkeit in großen Auflagen. Für den typischen Bauhaus-Griff von Walter Gropius wurden daher beispielsweise Halbfabrikate wie gezogene Rohre verwendet. Möchte man, den heute als Bauhausstil bezeichnete Formenkanon, an wenigen Kriterien festmachen so wären das: die maximale Reduktion auf geometrische Grundformen und eine klare, schnörkellose Sachlichkeit. Beide Aspekte machen die zeitlose aber auch anspruchsvolle Ästhetik dieses Stiles aus, der nichts an Aktualität verloren hat.


DESIGN - KLASSIKER IM BAUHAUSSTIL

TEEKANNE VON MARIANNE BRANDT

Die von Marianne Brand gestaltete, halbkugelige Teekanne aus Silber ist geradezu ein Synonym für Bauhaus-Design geworden. Ein Exemplar, der Teekanne MTBK 24  wurde 2007 für 361.000 US-Dollar versteigert und gilt damit als das teuerste Bauhaus-Objekt aller Zeiten. Der norwegischen Metallgestalterin, gelang es zudem als einziger Frau und allen Widerständen zum Trotz, einen Abschluss in der Metallwerkstatt des staatlichen Bauhauses zu absolvieren. 

TISCHLEUCHTE VON WILHELM WAGENFELD

Sie gilt als typische Bauhaus-Leuchte: die streng geometrisch gestaltete Tischlampe 1924 von Professor Wilhelm Wagengfeld entworfen. Wagenfeld war damals Geselle in der Klasse von Moholy-Nagy. Leider wird die Lampe, wie auch der ULMER GRIFF von Max Bill, häufig gefälscht und als Plagiat angeboten. Ihr Entwurf ist jedoch urheberrechtlich geschützt.


TÜRGRIFFE IM BAUHAUSSTIL

DER KLASSIKER

Als Bauhaus-Griff schlechthin gilt der von Walter Gropius in seiner Zeit als Direktor am Bauhaus entworfene Türgriff, den er auch für die Fagus-Werke einsetzte. Charakteristisch ist die Kombination der zylindrischen Handhabe mit dem auf Gehrung verbundenen Vierkantstab. 

Wegen seiner Schlichtheit wurde dem Griff bereits 1933 die „Kunstschutzfähigkeit“ abgesprochen und die Form in der Folge von zahlreichen Herstellern angeboten. Wir führen mit METRICO einen Griff, der sich am späteren Dessauer Modell orientiert. Es unterscheidet sich vom früheren Weimarer Modell durch einen klar abgesetzten Zylinder.

 

EINFACHE GRUNDKÖRPER

Ob Quader, Kugel oder Quadrat, geometrische Grundkörper bildetenn den typischen Formenkanon am Bauhaus. Für Türgriff SQUARE haben wir zwei Blöcke aus massivem (!) Edelstahl miteinander verbunden. Die Rosette wird mit zwei sichtbaren Schrauben gehalten, ganz wie es auch zur Zeit des Bauhauses üblich war.

Buntmetalle

Kupfer und Messing waren häufig genutzte Werkstoffe in den Metallwerkstätten des Bauhauses. Diese warmen Metalltöne finden aktuell zurück in die Interior-Gestaltung. Zeit für uns, diese Inspiration aufzugreifen: LUCIA SELECT erhalten sie wahlweise mit einem Akzent aus massivem Messing oder Kupfer.

EINE ODE AN DEN RECHTEN WINKEL

Türgriff FRAME entwickelt von Prof. Thomas Gerlach wurde maximal reduziert und verzichtet sogar auf Rosetten. Die Form ist absolut klar und geradezu eine Ode an den rechten Winkel. Damit ehrt auch dieser Türgriff die am Bauhaus geprägten Designansätze.
 

IN KONTRASTVOLLEM SCHWARZ

Betritt man das Dessauer Gebäude, so fallen die schwarz gestrichenen Geländer, Mauerabschlüsse und Treppenstufen auf. Sie bilden einen klaren Kontrast zu den großzügigen Weißflächen der Wände und korrespondieren mit den schwarzen Rahmen der Fassadenfenster. Mit schwarzen Beschlägen lässt sich in jedem Ambiete etwas Bauhaus-Atmosphäre schaffen.


Unser Schwarz heißt übrigens „Graphitschwarz“ und ist einer sehr weicher und matter Schwarzton. Im Sortiment finden sich Türgriffe für Holztüren aber auch Schlosskästen für Glasdrehtüren wie PURISTO und sogar Griffstangen für Schiebetürsysteme wie LUCIA GST entworfen vom Designstudio Relvao Kellermann.
 


PASSENDE PRODUKTE:


MAX BILL AM BAUHAUS

Auch Max Bill besuchte die Grundlehre am Bauhaus. 1927 mit nur 18 Jahren stand sein Entschluss fest, am Bauhaus  zu studieren. Insgesamt blieb er nur drei Semester. Schon 1928 ging er zurück nach Zürich. Nach dem zweiten Weltkrieg wird Bill Mitbegründer der Hochschule für Gestaltung Ulm (Ulmer HfG), die wie das Bauhaus als eine der international bedeutendsten Design-Hochschulen gilt. 

MAX BILL AN DER ULMER HFG

In seiner Zeit an der Hochschule für Gestaltung Ulm (Ulmer HfG) entwickelte Max Bill einen Türgriff, den wir in Zusammenarbeit mit der max, binia + jakob bill Stiftung reeditieren haben. Er hält sich streng an die historischen Vorlagen. Die lizenzierte Reedition des Ulmer Griffs ist übrigens ausschließlich über uns erhältlich und unterscheidet sich klar von Plagiaten.


LESENSWERT

Sie möchten mehr über die Zeit Max Bills am Bauhaus erfahren? Das im Benteli-Verlag erschienene Buch „max bill am bauhaus“ gewährt zahlreiche Einblicke auf 93 Seiten (Hrsg. Dr. Jakob Bill).


GLASTÜREN IM BAUHAUSSTIL

DAS "GLÄSERNE BAUHAUS"

Denkt man an das Dessauer Bauhaus so fällt einem sofort das Werkstattgebäude mit seiner imposanten Glasfassade ein. Sie war durch ein feines, schwarzes Raster gegliedert und prägte den Begriff vom „gläsernen Bauhaus“. Walter Gropius führte damit eine Idee fort, die er bereits vor dem 1. Weltkrieg an den Fagus-Werken realisiert hatte. 

Sich in einer Zeit der noch beschränkten, baulichen Möglichkeiten für eine vorgehängte Glasfassade zu entscheiden, muss durchaus als ein Statement gewertet werden. So war schon das Gebäude selbst als eine Art Leistungsschau der Moderne gedacht. Funktional betrachtet, diente die Glasfläche zur Belichtung der Werkstätten. Ihre symbolische Bedeutung wird unterschiedlich interpretiert. So heißt es, beispielsweise, dass durch die Transparenz eine Art Schaufenster geschaffen werden sollte. Das Wirken im Bauhaus-Inneren sollte für die Außenwelt wahrnehmbar sein und im Austausch stehen.


Loftcharakter

Glas als Baumaterial steht für Licht und Transparenz. Großzügige Fassadenfenster sind in der aktuellen Architektur nicht mehr wegzudenken. Auch im Innenraum setzen sich Glastüren durch. Neu ist die Kombination mit schwarzen Beschlagelementen. Durch sie wirken GlastürSysteme besonders „Bauhaus-typisch“ wie beispielsweise bei PLANEO LOFT.

SCHWARZ GERAHMT: PLANEO AIR

Mit PLANEO AIR stellten wir unser erstes Glastür-System mit feinem, schwarzen Rahmen vor. Ein filigranes Aluminiumprofil umzeichnet die Glasfläche und dient gleichzeitig als Kantenschutz. PLANEO AIR wurde mit dem red Dot Award und dem German Design Award 2018 ausgezeichnet.

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WENIGER IST MEHR

Mit der Entwicklung neuer Befestigungstechniken revolutionierten wir das Design von Griffstangen. Wir setzen auf hochleistungsfähige Klebeverbindungen. Eine kleine Verbindungsfläche reicht. Griffsleiste PLANEO GS konnte dadurch auf eine schmale Quaderform reduziert werden. Leichtgängige Schienensysteme wie bei PLANEO AIR machen die Nutzung besonders komfortabel.

ZUM PRODUKT


PASSENDE PRODUKTE:


IM RASTER: PLANEO LOFT

Feine Aluminium-Lisenen liegen bei PLANEO LOFT der Glasfläche auf.  Sie können ganz nach Gusto gesetzt werden. Enge oder offene Rasterungen sind möglich. Selbstverständlich erhalten Sie dieses Glastürsystem sowohl als ein- als auch als zweiflügelige Variante und in Sondergrößen.

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FUNKTIONALISTISCH: PURISTO S

Wir sind sicher, im Bauhaus hätten die Produktgestalter am Schlosskasten PURISTO S ihre helle Freude gehabt. Die Schließfunktion liegt bequem in Daumenreichweite. Es ist ein neues, in Blaustein entwickeltes Design und entspricht  ganz dem, an der Ulmer HfG und am Bauhaus propagierten Funktionalismus. 

ZUM PRODUKT

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Die Marke GRIFFWERK ist über den Fachhandel erhältlich. Händler in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Händlersuche.


HÄUSER IM BAUHAUSSTIL

Bauen im „Bauhausstil“ erfreut sich großer Beliebheit. Doch, was versteht man darunter? Wer sich auf die Suche nach „echten“ Bauhaus-Häuser machen möchte, der wird in Dessau fündig. Dort entstand die Meisterhaussiedlung in unmittelbarer Nachbarschaft der Lehrgebäude. Sie bestand aus drei baugleich ausgeführten Doppelhäusern der Professoren und einem Einzelhaus, dem Direktorenhaus. Nicht alle Bauten haben die Zeit überdauert. Das Direktorenhaus und das Haus Moholy-Nagy fielen dem Krieg zum Opfer. Alle anderen Gebäude litten stark unter der späteren Nutzung und den zahlreichen, baulichen Veränderungen. Erst 1996 wurde die Siedlung zum UNEScO-Weltkulturerbe erklärt.

TYPISCH BAUHAUS...

Augenscheinlich sind vor allem die inanderverschachtelten, kubische Körper. Sie prägen das Außenbild der Gebäude und deuten die innere Raumgliederung an. Entstandene Vorsprünge wurden als zusätzliche Terrassen genutzt. Auch die bereits am Werktstattgebäude verwendeten, großflächigen Fassadenfenster mit der typischen, schwarzen Rasterung finden sich wieder. Sie reichen über mehrere Stockwerke und belichteten die Treppenaufgänge sowie die zur Straße hin gelegenen Ateliers. Jedem Meister stand ein persönliches Werk-Atelier zur Verfügung. Wohnen und Arbeiten war also am Bauhaus untrennbar verbunden. 

So baut man im Bauhausstil:

  •  rythmisch gegliederte Fassaden
  • ineinander verschachtelte Kuben
  • rechte Winkel
  • eckumgreifenden Balkone
  • ummauerte Terrassenplateaus
  • strahlend helle Flächen in Weiß
  • schwarze Fensterrahmen/-sprossen
  • großzügige Fenster als Vorhangfassaden
  • vorkragende Bauelemente
  • assymmetrisch angeordnete Fenster

DOPPELHÄUSER, DIE NICHT SO AUSSEHEN

Keines der drei Doppelhäuser lässt sich anmerken, dass es sich in Wahrheit um zwei identische Häushälften handelt. Der Trick: Die Grundrisse wurden zunächst gespiegelt und dann um 90 Grad gedreht. Im Zusammenspiel mit der verschachtelten Fassadenoptik wirken alle Gebäude nun sehr heterogen. Keine bloße, lineare Reihung oder augenfällige Symmetrie verrät den modularen charakter und doch stehen die Meisterhäuser sinnbildlich für Idee des Architekten Walter Gropius, dem es an einen „Baukasten im Großen“ lag, durch den modernes, funktionales Bauen möglich werden sollte. 

HAUS FEININGER/MOHOLY-NAGY

Den in New York geborenen Maler Lyonel Feininger holte Walter Gropius bereits 1919 an das Staatliche Bauhaus. Er war bis 1925 Formmeister der Druckerei und bewohnte in Dessau ein Doppelhaus mit Laszlo Moholy-Nagy, der von 1923-25 der Metallwerkstatt vorstand. Dessen Haushälfte wurde im Krieg zerstört und 2012-2014 nach einem Entwurf des Berliner Büros Bruno-Fioretti-Marquez rekonstruiert.

HAUS MUCHE/SCHLEMMER

Der Maler und Bildhauer Oskar Schlemmer unterrichtete am Bauhaus unter anderem Wandmalerei und führte später die Bühnenwerkstatt. Er teilte sich ein Doppelhaus mit Georg Muche, der bis 1925 die Weberei leitete. Das Haus Muche/Schlemmer blieb weitestgehend erhalten und wurde 2001 instandgesetzt.

HAUS KANDINSKY/KLEE

Dieses Gebäude gibt heute Besuchern die Gelegenheit, einen Einblick in das private Leben der beiden Maler Paul Klee und Wassiliy Kandinsky zu erhalten. Die sehr individuell ausgestalteten Innenräume wurden weitestgehend wiederhergestellt. Dabei geht es durchaus bunter zu. Die abwechslungsreiche Farbgebung der Wände weicht deutlich von den ursprünglichen Plänen des Architekten Walter Gropius ab. Das Haus wurde erst 2019 rekonstruiert.

HAUS GROPIUS

Das einzige, freistehende Einzelhaus der Siedlung ist das Direktorenhaus. Walter Gropius bewohnte es mit seiner Familie bis 1928. Auch seine Nachfolger Hannes Mayer und Mies van der Rohe ließen sich hier nieder. Im zweiten Weltkrieg fiel es einem Bombenangriff zum Opfer.
 

Wie das ebenfalls zerstörte Haus Moholy-Nagy konnte es unlängst nach einem  Entwurf des Berliner Büros Bruno-Fioretti-Marquez wieder errichtet werden.  Durch deren Konzept der „unscharfen Erinnerung“ vermied man eine bloße Rekonstruktion. Die heutigen Gebäude täuschen nicht über den Verlust der Originalbauten hinweg und verleihen diesen dennoch eine neue Präsenz.


A TRIBUTE TO BAUHAUS

Der Entwurf des Glastür-Systems PLANEO LOFT wurde inspiriert von den charakteristischen Fassadenfenstern des Dessauer Bauhauses. PLANEO LOFT ist jedoch eine eigenständige Neuinterpretation. Statt des typischen Werkhallencharakters wählten wir in einer sehr viel minimalistischere, feinere Designsprache , die sich vielfältiger in die zeitgenössische Interiorgestaltung integrieren lässt.

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