„Innovation ist ein wertvolles und schützenswertes Gut“

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Interview zum Thema Innovation in der Branche mit Matthias Lamparter, Geschäftsführer der Griffwerk GmbH

Was bedeutet Innovationsarbeit für Ihr Unternehmen?
Innovation ist für uns keine einmalige Entwicklung, sondern eine Haltung. Wir hinterfragen bestehende Lösungen, um Produkte besser, einfacher und funktionaler zu machen. Diese Prozesse sind sehr aufwendig, erfordern Zeit, Investitionen und Ausdauer – aber wir brennen dafür. Innovation ist Teil unserer DNA. 
 
Werden Sie trotz aktueller Herausforderungen weiterhin als Innovator agieren – und warum ist der Schutz von Innovationen so entscheidend?
Ja, wir können nicht anders, als "neu zu denken". Aber diese Haltung ist nur nachhaltig, wenn Innovation wirtschaftlich machbar bleibt. Nachahmer umgehen bewusst den Aufwand von Entwicklung und Markteinführung und profitieren von Investitionen, die andere getragen haben. Ohne Schutz verliert Innovationsarbeit ihre Grundlage. Gleichzeitig muss gesagt werden, dass der Schutz von Innovation seinerseits eine zunehmend hohe finanzielle Aufwendung darstellt. 

Warum sind Nachahmungen für die Branche problematisch?
Wenn Produkte nahezu eins zu eins kopiert werden, wird die Entwicklungsleistung entwertet – wirtschaftlich wie ideell. Ohne kontinuierliche Neuentwicklungen verliert die Branche ihr Profil, Produktportfolios werden austauschbar und veralten. Innovation ist die Basis für Zukunftsfähigkeit, weil sie Produkte schafft, die Antworten auf die Herausforderungen von morgen liefern. Wer sie untergräbt, gefährdet den gesamten Wirtschaftsstandort. Auch der Endkunde wünscht sich Transparenz und Werthaltigkeit.
Welche Bedeutung hat Innovation aus Ihrer Sicht für den Handel?
Neuentwicklungen schaffen Mehrwert – über das Produkt selbst, Beratung, Differenzierung und Ertragspotenziale. Gleichzeitig ermöglichen sie dem Handel, zukunftsfähige Lösungen anzubieten, die aktuelle und künftige Anforderungen erfüllen. Innovation wird so zum Wettbewerbsvorteil und zur Basis für nachhaltigen, wirtschaftlichen Erfolg.

Wie sollten Handelspartner mit potenziellen Nachahmungen umgehen?
Rein juristisch betrachtet ist der Handel als „Inverkehrbringer“ von Produkten ebenfalls verantwortlich und kann damit Patent- oder Markenrechte verletzen. Gleichzeitig vertritt der Handel aus unserer Sicht mit seinem Portfolio auch eine Haltung gegenüber dem Kunden. In diesem Zusammenhang ist es erfreulich, dass viele unserer Partner unsere Auffassung teilen und sich für eine enge Zusammenarbeit mit uns als Innovationspartner entschieden haben. Nur gemeinsam können wir Innovation in den Markt tragen.
 
Welche Verantwortung trägt die Branche zum Schutz von Innovationen?
Innovation ist eine Gemeinschaftsaufgabe. In der Branche muss ein gemeinsames Bewusstsein für den Wert von Innovationen und Markenprodukten geschaffen werden. Nur so bleibt Innovation ein tragfähiges und nachhaltiges Erfolgskonzept.

Wie können Unternehmen die Strategie systematischer Nachahmung verhindern?
Rechtliche Schritte müssen eingeleitet werden, wo es notwendig ist. Ziel ist die konsequente Unterbindung systematischer Nachahmung. Nur so bleibt Innovationsarbeit lohnend und nachhaltig möglich.

Was ist Ihre zentrale Botschaft an die Branche?
Innovation ist ein wertvolles Gut, das Schutz, Investitionen und Mut braucht. Sie ist nicht nur Aufgabe einzelner Unternehmen, sondern eine gemeinsame Verantwortung. Konsequenzen für systematische Nachahmungsstrategien müssen folgen. Nur durch Zusammenarbeit und gemeinsamen Schutz bleibt Innovation leistbar – zum Nutzen von Herstellern, Handel und Endkunden. Die Zukunftsfähigkeit der Branche hängt davon ab.

Matthias Lamparter, Geschäftsführer von Griffwerk
Matthias Lamparter | Geschäftsführer der Griffwerk GmbH
Die Abbildung zeigt den montierten Türgriff One in Weiss auf einer weißen Tür.
R8 ONE in Seidenweiß
Das Bild zeigt den rosettenlosen Türgriff FRAME von GRIFFWERK
FRAME