Raum + Architektur Tag 2016

Der GRIFFWERK RAUM + ARCHITEKTUR TAG stellt den Raum, als „Rohstoff“ der Architektur, ins Zentrum. Die Perspektiven unterschiedlicher Professionen reichen dabei von städtebaulichen Herausforderungen bis zur detailierten Wahl von Materialien und Funktionselementen. Der GRIFFWERK RAUM + ARCHITEKTUR TAG spiegelt dabei gegenwärtige als auch historische Themen und bietet ebenso Raum zu Dialog und Erfahrungsaustausch für Architekten, Planer, Innenausbauer, Handwerker, Designer und Interessierte.

In diesem Jahr setzen die Vorträge das Thema RAUM in einen Zeitbezug, ziehen Vision, Aktualität und Wandel in Betracht, fordern Innovation und Veränderung und fragen implizit nach einer zukunftsfähigen Beständigkeit als einer zentralen Funktion des Gebauten. Der inhaltliche Fokus der Referenten richtet sich auf partikuläre Raum-Elemente, auf Materialien und Farbigkeit als auch auf konkreten RAUM-Architektur und RAUM-Theorie. GRIFFWERK lädt - in Kooperation mit dem Bund deutscher Innenarchitekten- zu einem Tag der Inspiration und des Dialoges für Raumschaffende, für Architeken, Städteplaner, Lehrende und Lernende, Handwerker, Designer und Interessierte.

In Kooperation mit:


Die Referenten

Dr. Hildegard Kalthegener
Colour Consultant, Frankfurt

Dr. Hildegard Kalthegener lebt im Raum Frankfurt und ist Colour Consultant, Designerin und Dozentin. Sie hat zahlreiche Seminare und Workshops über Farbdesign- und Kommunikationsstrategien geleitet. Ebenso blickt Sie auf eine langjährige Unterrichtserfahrung an Architektenkammern und verschiedenen Universitäten zurück. In den letzten beiden Jahren hat Dr. Hildegard Kalthegener mehrere Farbkollektionen entwickelt und war außer in Deutschland auch im europäischen Ausland sowie in Fernost farblich aktiv.

Vortragsthema am 20.10.2016
Farbe zwischen Tradition und Trend

Die Polychromie architecturale nach Le Corbusier und andere Konzepte aus der ersten Hälfte des 20. Jhd. sind Systeme mit gegenwärtigem Gültigkeitswert. Sie bieten Farb-Qualitäten und -kombinationen, wie sie für anspruchsvolle Interieur-Projekte immer wieder gebraucht werden. Der Vortrag befasst sich in Rückblick und Vorausschau mit dem Thema Farbe in Architektur, Interieur und Design, stellt Tendenzen fest, wagt Prognosen und nimmt Stellung zur Rückkehr der Präsenz von Farbe im Raum.

Hannes Bäuerle
Raumprobe, Stuttgart

Die Materialagentur raumPROBE mit Sitz in Stuttgart ist die wohl umfangreichste Sammlung an Materialien für Architektur und Design in Deutschland. Auf über 600qm werden mehr als als 30.000 Materialien archiviert. Die raumProbe Stuttgart verleiht alle zwei Jahre den Materialpreis und organisiert diverse Ausstellungen. Hannes Bäuerle studierte Maschinenbau und Innenarchitektur in Stuttgart. Er ist Mitbegründer der Materialagentur raumProbe und als Materialexperte an mehreren Hochschulen mit Lehraufträgen tätig sowie Referent und Autor zahlreicher Fachbücher.

Vortragsthema am 20.10.2016
Schwerpunkt Holz

Holz als archaisches Konstruktionsmaterial erlebt zu Recht eine dynamische Renaissance. In diesem Fachvortrag werden besonderen Phänomene und Möglichkeiten sowie neue und innovative Holzwerkstoffe vorgestellt. Auch Material in Anwendung und gebaute Projekten werden präsentiert.

 

Peter Ippolito
Ippolito Fleitz Group, Stuttgart

Peter Ippolito studierte Architektur in Stuttgart und Chicago. Während dieser Zeit war er als Assistent von Prof. Ben Nicholson (Chicago) tätig und sammelte praktische Erfahrungen im Studio Daniel Libeskind (Berlin). 2002 gründete er gemeinsam mit Gunter Fleitz die Ippolito Fleitz Group. 2015 wurden Peter Ippolito und Gunter Fleitz als die ersten deutschen Gestalter aus dem Bereich der Innenarchitektur in die ›Interior Design Hall of Fame‹ aufgenommen. Neben seiner gestalterischen Arbeit war Peter Ippolito mehrfach in der Lehre und als Mitglied in Wettbewerbsjurys tätig. Er hat den Juryvorsitz beim DDC Award in der Kategorie Raum/Architektur und ist Jurymitglied beim diesjährigen »DETAIL Preis«.

 

Vortragsthema am 20.10.2016
Identity Architecture

Raum ist für Ippolito Fleitz gebaute Kommunikation. Diesen Anspruch lebt das Büro seit vielen Jahren und übersetzt ihn für ganz unterschiedliche Kunden und Aufgaben, vom Messestand bis zum Staatspalast. Jenseits von funktionalen und ästhetischen Strategien beschäftigen Ippolito Fleitz dabei Fragestellungen nach Identität und Aneignung, Erzählstruktur und Merkfähigkeit, Selbstbild und Fremdbild.

Markus Innauer und Sven Matt
Bezau, Vorarlberg, Österreich

Gegründet 2012 von Markus Innauer und Sven Matt, entstehen zwischen den Bergen atmosphärisch geladene Räume und Orte, die durch ihre schlichte Selbstverständlichkeit überzeugen. Nah am Ort, der Landschaft und ihren Bewohnern führen sie komplexen Zusammenhänge zu unerwartet klaren Lösungen. Zentrales Motiv ist dabei stets die Suche nach einer Baukunst, die durch eine unaufgeregte Alltäglichkeit vertraute Orte mit Bestand schafft und die Architektur nicht jeden Montag neu erfinden will.

Vortragsthema am 20.10.2016
Zwischendrin

In Zeiten des „anyhting goes“ wächst der Wunsch nach Orten mit Bestand, die sich bewusst dem forcierten, unreflektierten Neuen entziehen. Es gilt eine ausbalancierte Mitte zwischen zahllosen Spannungsfeldern zu finden, um Bauten mit langer gestalterischer und funktionaler Gültigkeit zu schaffen. Bedachtes, kontinuierliches Arbeiten - den Blick sowohl nach Vorne als auch Zurück gerichtet - bildet dafür die Grundlage. Anhand eines Werkvortrages soll diese Suche nach dieser Mitte, dem „Zwischendrin“ beleuchtet werden.

Dr. Jakob Bill
max, binia + jakob bill stiftung

Dr. Jakob Bill wurde 1942 in Zürich geboren und ist Sohn von Max und Binia Bill. Er studierte Archäologie und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und promovierte 1971 in Ur- und Frühgeschichte. Als Prähistoriker war er professionell tätig am schweizerischen Landesmuseum in Zürich, hat im Fürstentum Liechtenstein die Archäologie aufgebaut und war zuletzt Kantonsarchäologe in Luzern. Jakob Bill hat nach dem Tode seines Vaters die 'max, binia + jakob bill stiftung' sowie die 'bill stiftung' gegründet. Er lebt heute als Künstler und Verwalter des Archivs 'max bill' in Adligenswil (lu) und Pianezzo (ti).

Vortragsthema am 20.10.2016
max bill (1908 - 1994)

Der Schweizer Architekt, Künstler, Designer, Publizist und Politiker max bill ist vor allem als Architekt und erster Gründungsrektor der HfG Ulm bekannt. Auch zahlreiche Publikationen markieren seinen Weg. So wurde 1946 das theoretische Werk „die mathematische Denkweise in der Kunst unserer Zeit“ veröffentlicht, in dem er eine neue Kunst fordert, die auf einer mathematischen Gestaltung basiert. Mit seinem 1952 erschienenen Buch „die gute Form“ prägte er einen Begriff, der programmatisch wirksam wurde. Er stand für ein Design, das zeitlos gültig sein sollte: durch eine funktionelle, sachliche und auch ästhetisch gültige Gestaltung sollte eine Dauerhaftigkeit der Dinge geschaffen werden, die über den modischen Zeitgeist hinausgeht. In zahlreichen photographischen Momentaufnahmen gewährt uns sein Sohn Jakob Bill in diesem Vortrag einen einzigartigen Blick auf das Leben und Werk seines Vaters.