Alles über Türblätter

Klar: Türblätter sind das zentrale Element jeder Tür – neben Türzargen und Türgriffen.

Nur: welche Typen gibt es? Woraus besteht es und wie bearbeitet man sie? Unser Ratgeber gibt Ihnen die Antworten.

Schall abhalten, vor Blicken schützen, abdichten, Licht in den Raum lassen, Räume teilen oder vor Einbrechern schützen: Türen können viele Funktionen haben. Nach dem Zweck der Tür richtet sich die Beschaffenheit des Türblatts – der Hauptkorpus einer jeden Tür. 

Türblatt-Typen: Von Waben bis Vollspan – von Holz bis Glas

Holztüren und ihre Türblätter

Türblätter aus Holzwerkstoffen sind etwa 40 mm breit und haben entweder einen Türfalz oder eine gerade ausgeführte Kante. Bei gefälzten Türen liegt die Kante des Türblattes auf dem Türrahmen auf, der wieder auf der Wand aufsetzt. Dank einer Dichtung im Türfalz kommt weniger Licht, Luft oder Schall durch. Stumpfe Türen haben eine gerade Türkante. Ob gefälzt oder stumpf: Der Grundaufbau des Türblatts ist immer gleich. Sie bestehen aus Mittellage, Deckplatte und Decklage. Für die Mittellage eines Türblatts gibt es vier unterschiedliche Aufbauten – die über die viele Eigenschaften der Tür entscheiden:

Türblatt-Einlage: Wabeneinlage

Das Bienenhaus als Vorbild: Aus spezieller Pappe werden engzellige, sechseckige Wabenstrukturen hergestellt. Allerdings sind Türen mit Wabeneinlagen nicht sehr stabil, sie dämmen nahezu nicht und lassen Schall gut durch – eignen sich also nur dann, wenn der Zweck der Tür reiner Sichtschutz ist.

Röhrenspanstege als Türblatteinlagen

Etwas stabiler als Wabeneinlagen sind Röhrenspanstege oder -streifen: Auf einzelnen Streifen einer Röhrenspanplatte setzt sich hier die Mittellage des Türblatts zusammen. Ein geringer Abstand zwischen den Stegen biete eine etwas bessere Druckstabilität als Papp- oder Papierwaben. Dennoch eignen sich diese Türblatteinlagen nur für Türen mit geringer Beanspruchung.

Mittellage aus Röhrenspanplatten

Eine durchgehende Platte aus Spanholz mit horizontal gebohrten Löchern bietet eine hohe Flächenstabilität und Oberflächenruhe. Sie sind die erste Wahl für hochwertige Innentüren in Wohnungen oder Häusern. Türen mit Röhrenspanplatten als Türblatt-Einlagen halten auch stärkeren Belastungen stand.

Vollspan-Türen

Besteht die Mittellage des Türblattes aus einer vollständigen Spanplatte, wird die Tür zwar schwerer, aber auch fester und belastbarer. Das wiederum bedeutet eine gute Dämmleistung gegen Schall, Gerüche und Kälte – ideal für Funktionstüren wie Eingangstüren.

Türblätter aus Glas

Glastüren bringen Licht in jeden Raum – mit durchsichtigen oder durchscheinenden Glas-Türblättern aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas. ESG-Sicherheitsglas ist wärmebehandeltes Glas mit hoher Stoß- und Schlagfestigkeit. Bricht ESG-Glas, entstehen kleine, stumpfe Scherben.

Verbundsicherheitsglas besteht aus zwei Sicherheitsgläsern, die über eine innenliegende, reißfeste Folie miteinander verbunden sind. Bei Glasbruch kleben die Scherben an der Zwischenschicht. Übrigens: Glastüren sind immer stumpf. Sie haben keinen Falz in der Kante des Türblattes.

CPL- und HPL-Türblätter

Türen aus Laminat? Gibt’s: Sie bestehen aus mehreren in Harz getränkten und zusammengepressten Papierlagen. Türen aus Hochdrucklaminat (HPL) sind bis zu 40 Millimeter stark, während CPL-Türblätter maximal 15 Millimeter Stärke aufweisen. HPL steht für „High-Pressure-Laminate“ und CPL für „Continous-Pressure-Laminate“ – unterschiedliche Herstellungsarten von Laminattüren. Beide Oberflächen sind pflegeleicht und im Gegensatz zu mancher Kunststofftür lichtecht.

Kunststoff-Türblätter

Türen aus Kunststoff sind strapazierfähig, stabil und pflegeleicht. Die Türblätter sind gegossen. Das Material verzieht sich nicht. Ebenfalls weist Kunststoff gute Dämmeigenschaften auf – kein Wunder, dass viele Haustüren aus Kunststoff sind.


Wie messe ich ein Türblatt?

Achten Sie beim Messen darauf, ob es sich um eine stumpfe oder gefälzte Tür handelt. Bei stumpfen Türen ohne Falz in der Kante des Türblattes messen sich die Höhe, Breite und Stärke des Türblattes mit einem Zollstock.

Bei einer gefalzten Tür entspricht das Türblattaußenmaß der Höhe und Breite des Türblattes inklusive der Kante.

Wie kürze ich ein Türblatt?

Generell sollten nur erfahrene Heimwerker Türen kürzen – alle anderen sind mit Handwerkern gut beraten. Glastüren aus Sicherheitsglas sollten nicht einmal vom Fachmann oder der Fachfrau gekürzt werden. Wegen des Spannungsverhältnisses des Glases würde die Glastür beim Kürzen zerspringen.

Grundregeln beim Kürzen des Türblattes:

  • Drehflügeltüren kürzen Sie unten, Schiebetüren oben.
  • Beim Kürzen von Türen verwenden Sie am besten eine Präzise Säge mit Führungsschiene.
  • Bei einer Normlänge von 1985 Millimetern sind unterschiedliche Türblattarten unterschiedlich weit zu kürzen:
    • Wabenkerneinlage: maximal 15 mm
    • Röhrenstreifeneinlage: maximal 30 mm
    • Röhrenspaneinlage: maximal 30 mm

Vollspaneinalge: maximal 30 mm

Welche Türblätter für die Schiebetür?

Als Schiebe-Türblätter eignen sich Glas, Holz, CPL, HPL und Kunststoff. Besonders beliebt im Innenbereich: Glas, denn es bringt Tageslicht in jeden Raum, verbindet Räume und das in unterschiedlicher Optik: klar und durchsichtig, lichtdurchlässig satiniert oder mit Dekor wie Gravuren. Offene Glasschiebetüren verströmen einen Hauch von Loft-Charakter, ohne dabei aufdringlich zu sein – im Gegenteil: Sie sind unscheinbares Design-Element mit großer Wirkung.