Alles über Drückergarnituren

Was sich zunächst fremd anhört, kennen wir alle: Mit Drückergarnituren, Türdrückergarnituren oder Türbeschlägen öffnen und schließen wir täglich Türen. Welche Typen es gibt, aus welchen Teilen sie bestehen und wie Sie sie montieren – hier steht‘s.

Was sind Drückergarnituren?

Was wir im Alltag meist „Türklinke“ nennen, ist nur ein Teil der Drückergarnitur und heißt eigentlich „Türdrücker“ oder Türgriff: Indem wir ihn betätigen, können wir eine Tür öffnen und schließen. Im Inneren der Tür steckt ein Vierkant-Drückerstift, der auf beiden Seiten mit jeweils einem Türdrücker verbunden ist – über den sogenannten Dorn-Teil. Wird einer dieser Türdrücker heruntergedrückt, dreht sich der Vierkant-Drückerstift und verschiebt den Riegel des Türschlosses: Die Tür lässt sich öffnen.

Die verschiedenen Teile der Drückergarnitur

Zunächst unterscheiden sich nach der Form die Schild- und Rosettengarnituren.

Bei einer Schildgarnitur ist der Türdrücker – Klinke oder Drehknauf – optisch mit dem Schlüsselloch verbunden, der Schild deckt den Raum zwischen beiden ab.  Es gibt Langschild- und Kurzschildgarnituren. Beide funktionieren gleich, die Wahl ist also Geschmacksache.

Bei den Rosettengarnituren sind Türdrücker und Schlüsselloch optisch getrennt: Der Türdrücker ist auf seiner genormten Idealhöhe von ca. 1,05 Meter angebracht. Einige Zentimeter darunter befindet sich die Rosette mit dem Schlüsselloch. Der Name rührt von der ursprünglich runden Form her, heute gibt es aber auch Drückergarnituren mit eckigen Rosetten als Designvariante.

Des Weiteren unterscheidet man nach der Funktion. Abgesehen von der klassischen Form der Drückergarnitur mit einem Türdrücker auf jeder Seite der Tür, gibt es auch Wechsel- und Halbgarnituren.

Bei einer Wechselgarnitur befindet sich an der Innenseite der Tür ein Türdrücker und an der Außenseite ein unbeweglicher Griff. So kann die Tür ohne Schlüssel nur von innen geöffnet werden. Wechselgarnituren kommen daher vor Allem bei Haus- oder Wohnungstüren zum Einsatz.

Eine Halbgarnitur ist – wie der Name schon sagt – eine halbe Drückergarnitur. Damit können Sie die Räume Ihrer Wohnung stimmig gestalten: Soll ein Zimmer ein anderes Ambiente haben als der angrenzende Flur, wählen Sie einfach verschiedene Halbgarnituren für jede Seite der Tür. So kommen Sie z.B. von einem modernen Flur in ein gemütliches Wohnzimmer – mit passenden Türdrückern.

Montage einer Drückergarnitur

Aus dem Aufbau einer Drückergarnitur ergibt sich, wie sie montiert werden muss: Wenn die Tür mit Schloss und Schlüsselloch versehen ist, steckt man den Vierkant-Drückerstift in einen der beiden Türdrücker (Stift-Teil) und schiebt ihn durch das Schloss. Von der gegenüberliegenden Seite drückt man den anderen Türdrücker dagegen (Loch-Teil). Sind auf diese Weise beide Türdrücker in der Tür befestigt, werden noch Schilder oder Rosetten angebracht.

Aus welchem Material sind Drückergarnituren?

Ob Eisen, Bronze, Messing, Chrom, Alu oder Edelstahl, gebürstet oder glattpoliert, in antikem Look oder günstig und farbenfroh aus Kunststoff – Drückergarnituren gibt es aus vielen Materialen. Kunststoffgarnituren sind allerdings etwas weniger haltbar.

Drückergarnituren: Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Natürlich sollte Ihnen Ihre neue Drückergarnitur vor allem gefallen. Neben Ästhetik spielen weitere Faktoren bei der Kaufentscheidung eine Rolle: Lebensdauer, Feuerbeständigkeit, Personensicherheit, Einbruchsicherheit und Korrosionsbeständigkeit spielen eine Rolle – je nachdem, wo die Drückergarnitur zum Einsatz kommt. Diese Eigenschaften sind in der Norm „DIN EN 1906“ kategorisiert. Generell gilt: Je höher die Klassenzahl in einer Kategorie, desto besser die Leistung der Drückergarnitur. So ist eine Drückergarnitur der Korrosionsbeständigkeitsklasse 1 nur gering korrosionsbeständig und eine der Klasse 5 ist extrem korrosionsbeständig. Für normale Zimmertüren reicht im Allgemeinen die jeweils geringste Klasse aus. Wenn Sie jedoch Drückergarnituren für Gebäude mit Brand-, Einbruchs-, Korrosionsgefahr oder viel Publikumsverkehr anschaffen möchten, sollten Sie auf entsprechend höhere Klassenzahlen nach DIN EN 1906 achten.

Drückergarnituren werden von uns jeden Tag viele Male benutzt. Deshalb kann es passieren, dass sie im Laufe der Jahre ausleiern und die Türdrücker durch die Schwerkraft leicht nach unten hängen. Um das zu verhindern, werden spezielle Hochhaltefedern verbaut – auch Rückholfedern genannt. Dank ihnen schnellen die Türdrücker stets wieder nach oben zurück. Achten Sie also beim Kauf unbedingt darauf, dass eine Hochhaltefeder verbaut ist.