Alles über Türbeschläge

Türbeschläge machen jede Außen- und Innentür beweglich: Mit ihnen öffnen und schließen wir sie. Aus welchen Materialien Türbeschläge bestehen, welche Arten von Türgriffen es gibt und ob Türklinken eigentlich genormt sind, erfahren Sie hier.

Eine Tür besteht grundlegend aus dem Türrahmen (auch: Zarge), der in der Mauer verankert ist und dem Türblatt, das sich, an Bändern aufgehängt bewegt, um Zutritt zu gewähren. Die Bänder fungieren als Drehlager an einer Seite des Türblattes. Schloss und Schließblech sind an der gegenüberliegenden Seite angebracht. Als Griff fungieren Drückergarnituren – aus zwei Türklinken, zwei Türschilder oder Tür-Rosetten, die mit einem Drückerstift durch das Türblatt hindurch miteinander verbunden sind.

Materialien für Türbeschläge

Vorwiegend werden Türbeschläge aus Metallen gefertigt – etwa Aluminium, Edelstahl oder Messing. Aber auch Beschläge aus Kunststoff kommen zum Einsatz. Dabei hat jedes Material seine Besonderheiten:

Türbeschläge aus Aluminium – pflegeleicht und langlebig

Ein Türbeschlag aus Aluminium ist zumeist aus korrosionsbeständigen Legierungen gefertigt. Diese besitzen eine sogenannte eloxierte Oberfläche – eine unsichtbare Schutzschicht auf dem Metall. Dadurch wird das Material beständiger gegen Feuchtigkeit wie Handschweiß und mechanische Einwirkungen. Türbeschläge aus Aluminium sind langlebig, robust und pflegeleicht. Zudem sind sie in vielen unterschiedlichen Farbvariationen verfügbar – ob in matt oder glänzend.

Türbeschläge aus Kunststoff – hygienisch und vielfältig

Türbeschläge aus Kunststoff findet man im Innen- und Außenbereich wieder. In der Regel bestehen sie aus Polyamid, was eine große Farbvielfalt ermöglicht. Das Material lässt sich besonders leicht reinigen und pflegen, weshalb es häufig in Einrichtungen wie Arztpraxen oder Altersheimen eingesetzt wird. Des Weiteren lädt sich Kunststoff im Vergleich zu Metallen nicht statisch auf. Obwohl Kunststoff-Türbeschläge abriebfest sind, haben sie einen Nachteil: Sie sind anfällig für UV-Strahlung und damit je nach Lichteinfall mit einer kürzeren Lebensdauer ausgestattet. Dafür sind diese Türbeschläge besonders kostengünstig.

Türbeschläge aus Edelstahl – widerstandsfähig und robust

Edelstahl-Türbeschläge sind besonders stabil und widerstandsfähig – sowohl gegenüber Kratzern als auch schwereren mechanischen Einwirkungen. Das liegt an der Chrom-Nickel-Stahl-Legierung, aus der sie hergestellt sind. Dabei gilt die Faustregel: Je glatter die Oberfläche, desto korrosionsbeständiger ist sie. Türbeschläge aus Edelstahl müssen daher regelmäßig nachpoliert werden, um ihre Langlebigkeit zu erhalten. Nutzen Sie dazu Edelstahlreiniger. Achten Sie darauf, bei der Montage Schrauben aus Edelstahl zu nutzen. Ansonsten droht Rost.

Türbeschläge aus Messing – hochwertig, aber pflegeaufwendig

Türbeschläge aus Messing-Legierungen sind korrosionsanfälliger als andere Metalle. Ohne die richtige Pflege können Sie nachdunkeln – eine Patina kann sich bilden. Achten Sie daher auf eine regelmäßige Reinigung mit speziellen, milden Messingreinigern und tragen Sie einen Korrosionsschutz auf. Wer nur aus ästhetischen Gründen auf Messing setzt, wählt lieber Edelstahl-Beschläge in Messing-Optik.


Den richtigen Beschlag finden – so geht's

Der Türbeschlag soll natürlich zur Tür passen. Welche Materialien von Türblatt, Türrahmen, Beschlag und Türgriff ergeben ein harmonisches Bild? Welche Eigenschaften sind Ihnen besonders wichtig? Welche Haltbarkeit und welchen Pflegeaufwand möchten Sie? Lassen Sie sich hierzu am besten von Ihrem Fachhändler beraten. Tipps zu Spezial-Beschlägen für Glastüren finden Sie bei uns.


Das große Türklinken-Einmaleins

Wenn wir in Deutschland umgangssprachlich von Türklinke sprechen, meinen wir eigentlich den Türgriff als den Oberbegriff für alle Griffe, mit denen eine Tür geöffnet bzw. geschlossen werden kann.

Die Türklinke – der deutsche Standard

Am weitesten ist bei uns in Deutschland die Türklinke verbreitet. Jeder kennt sie: ein abgewinkelter Hebel, der heruntergedrückt werden muss. Durch einen Mechanismus zieht sich die Falle im Schlosskasten zurück – die Tür öffnet sich. Türklinken werden in Deutschland auch als Türdrücker bezeichnet. In Österreich ist die Bezeichnung Türschnalle, in der Schweiz der Name Türfalle geläufig. Türklinken werden vor allem für Zimmertüren verwendet, da sie einfach zu gebrauchen sind. Haben Sie keine Hand frei, kann auch ein Ellenbogen zum Türöffnen benutzt werden.

Diese Einfachheit ist Fluch und Segen: Auch Kleinkinder oder Haustiere lernen schnell, wie der Türgriff zu bedienen ist. Wenn die Tür versperrt bleiben soll, sind daher Türklinken-Drückergarnituren meist mit einer Rosette oder einem Türschild mit Schlüsselloch ausgestattet, sodass die Tür mithilfe eines Schlüssels vor unbefugtem Zugriff gesichert werden kann.

Der Türknauf – international beliebt

In den USA findet man den Türknauf – auch Knopfdrücker genannt – besonders häufig. Dabei handelt es sich um einen drehbaren Knauf, der nicht heruntergedrückt, sondern gedreht werden muss, um den Öffnungsmechanismus zu betätigen. Da diese Drehbewegung mit der Hand erfolgen muss, ist dieser Türgriff etwas schwieriger zu betätigen und sicherer im Haushalt mit Kleinkindern oder Haustieren.

In Deutschland werden für Haustüren häufiger Wechselschlösser eingesetzt. Das sind Kombinationen von Klinke und Knauf: Innen Türklinke, außen Türknauf. Der Türknauf ist meist feststehend und kann nicht gedreht werden. Von außen öffnet man die Tür nur mit einem passenden Schlüssel.

Der Stoßgriff – perfekt für Publikumsverkehr

Stoßgriffe sind im privaten Raum nur selten vorzufinden – etwa bei beidseitig öffnenden Flügeltüren. Die Besonderheit von Stoßgriffen: Sie besitzen keinen Öffnungsmechanismus wie Türklinken oder Türknäufe. Daher können sie nur an Türen ohne Türfalle und Schlosskasten montiert werden. Die Tür wird zum Öffnen einfach aufgestoßen oder aufgeschoben. Dabei ist als Türgriff zumeist eine Griffstange montiert, die das Öffnen erleichtert. In Kirchen oder Museen finden Sie häufig verzierte Griffstangen-Elemente, z.B. in Tierform wieder.

Eine Sonderform ist die Griffmuschel, die ins Türblatt eingelassen wird. Diese kommt vor allem bei Schiebetüren zum Einsatz.

Stoßgriffe sind weniger verschleißanfällig, da der Öffnungsmechanismus entfällt. Sie werden vor allem in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern oder Bahnhöfen eingesetzt aber auch in Einkaufszentren, wo reger Publikumsverkehr herrscht – also überall dort, wo Türen schnell und ohne Mühe geöffnet werden müssen.

Schutzbeschläge – die beste Lösung für Ihre Sicherheit

Um Einbrecher fernzuhalten, achten Sie bei Tür-Schutzbeschlägen auf eine unsichtbare Verschraubung gegen Aufschrauben von außen, eine gehärtete Stahlplatte für mehr Widerstand gegen Aufbohren sowie auf eine Zylinderabdeckung aus gehärtetem Stahl: So kann niemand den Profilzylinder herausziehen.

Sind Türklinken eigentlich genormt?

Gegenfrage: Haben Sie schon einmal den Türgriff verfehlt? Vermutlich nicht. Tatsächlich sind Türgriffe genormt, sodass Sie auch im Dunkeln, bei Fremden oder im Hotel direkt den Griff der Tür finden. Die normierte Höhe beträgt dabei 105 cm vom Boden aus.

Sondermaße, z.B. wegen einer Behinderung, sind allerdings auch möglich. Fragen Sie beim Hersteller eine Sonderanfertigung an.